THERAPEUTISCHE SKULPTUREN

AUSWAHL SPEZIELL THERAPEUTISCHE SKULPTUREN:
POMPEJI

Welche verschiedenen Reaktionstypen es auf traumatische Ereignisse gibt, habe ich in den Skulpturenensemble Pompeji dargestellt.

 

 

 

Waren sie schon in Pompeij? Wenn Sie die ersten drei Personen betrachten, werden Sie bemerken, dass diese dieselbe Position einnehmen, wie die Personen die in Pompeji gefunden wurden: schlafend, Augen abdeckend und den Kopf in den Sand steckend. Es zeigt also verschiedene Möglichkeiten, wie Menschen auf ein Problem reagieren. Aber ich habe noch andere mögliche Reaktionen hinzugefügt: das überraschte, versteinerte Kind, das nicht weiß, was es tun soll, den Kämpfenden, die Davonlaufende, die Flehende/ Bittende und die Umarmenden. Jeder von uns hat sein bzw. seine Muster! Und … in der Psychoanalyse wird der Berg oft als Sinnbild für das Problem verwendet … und so ist der Vesuv das perfekte Symbol für jedes Problem welches erscheint …

 

OPFER - TÄTER

In Therapiestunden setze ich meine Skulpturen direkt ein um die ein oder andere Situation zu veranschaulichen. Hier das Beispiel  der „Opferhaltung“ eines Burschen:

 

 

Ich ermuntere betroffene Jugendliche die Haltung dieser Skulptur nachzuahmen, Skulpturendetails zu beschreiben und dann reflektieren wir das hervorgerufene Gefühl.

Ich lade auch ein, die Gegenposition einzunehmen, die „Täterhaltung“.

Der oder die, die sich nichts gefallen lässt. Zum einen ist es für die Jugendlichen oft überraschend, welchen Unterschied allein die Haltung auf den Gemütszustand ausübt – gesenkter Kopf, vorgezogene Schultern, Knie zusammen, Einbeinstand versus gehobener Kopf, breitbeiniger sicherer Stand und starker Oberkörper. Zum anderen ist es mitunter überraschend für mich, dass manche Jungendliche muskulär schon so in ihrer Opferhaltung fixiert sind, dass sie es gar nicht mehr schaffen, ihre Schulter nach hinten, unten zu bewegen – so sehr sind ihre Muskeln verkürzt.

 

HINTER DIR

Bei der Skulpturengruppe „hinter dir“       

wollte ich visualisieren, wie viel „Frauenpower“ hinter nur einer Frau steckt: Sechzehn Frauen in fünf Reihen. In der ersten Reihe “die” Frau. In der zweiten Reihe – ihre Mutter. In der dritten Reihe – ihre zwei Großmütter. In der vierten Reihe ihre vier Urgroßmütter. In der fünften Reihe ihre acht Ur-urgroßmütter. In der sechsten Reihe fänden Sie bereits sechzehn Ur-ur-urgroßmütter… usw.  Alle Frauen geben ihre Energie – positiv oder negativ – an die nächste Generation weiter …..Frauenpower.

 

NÄHE - DISTANZ

In Familiengesprächen, wenn es um Nähe  - Distanz, sowie Ablösung und Loslassen geht, kommen oft folgende Skulpturen zum Einsatz:

 

 

Die Skulpturen sind auf der Schiene verschieblich: Zu Beginn sind sich Mutter und Kind meist sehr nahe (Skulpturen ganz nah aneinander). Mit der Pubertät beginnt die Ablösung und die Kinder distanzieren sich (Kind geht weg). Folgt die Mutter nach, geht das Kind weiter weg ….. und wenn nun die Mutter  wieder nachrückt ….. bewegt sich die Dynamik auf den Abgrund zu, bis ….. irgendwann das Kind nicht mehr weiter gehen kann und in den Abgrund fällt.                                                                                                 
Zurück zur Ausgangsstellung:  Wenn das Kind geht, aber die Mutter stehen bleibt, hat das Kind und die Mutter die Gelegenheit ein neues Distanzverhältnis zu finden und das Kind kommt von Zeit zu Zeit von selber wieder näher.

 

KRANKHEITSBILDER:

Wenn ich krankheitsbilder erklären will, veranschauliche ich sie auch ganz gerne mit meinen Skulpturen. Seien es

die Essstörungen , das metabolische Syndrom ,

                                                    
oder das ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit, Hyperaktivitätssyndrom)  mit seinen drei verschiedenen Typen:

 

 

 

Bei Vorträgen ist es durchaus hilfreich, die drei verschiedenen Typen plastisch vorführen zu können, da man als Kinder- und JugendpsychiaterIn ja immer wieder damit konfrontiert wird, dass viele ein Träumerchen nicht in die Gruppe der Aufmerksamkeitsstörungen einordnen. Die meisten haben immer nur das Bild der lauten, hyperaktiven Störenfriede vor Augen.

 

OHNE WORTE                           

Ein Soldat, Drei Juden. Zwei Juden flehen um ihr Leben. Einer ist schon tot.

Der Soldat soll seine Pflicht erfüllen – er wendet pflichtbewusst den um ihr Leben bettelnden Menschen  seinen Körper zu  -  aber er dreht den Kopf weg. Er kann Sie nicht anschauen. Seine Fäuste sind geballt. Er haltet den Atem an … was wird er tun??

 

 

„Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein“

 

GEFÜHLSAUSDRUCKZYKLUS

Eine ganze Skulpturenserie habe ich einer psychotherapeutische Methode, die von Dr. Manfred Clynes entwickelt worden ist, gewidmet: Dem „Sentic Cycle”, dem Gefühlsausdruckszyklus (Nachdem ich die Methode bei ihm selbst erlernt hatte, erlaubte er mir Skulpturen zu diesem Zyklus zu kreieren).

Die Idee: Bei dieser Methode ruft man die wichtigsten menschlichen Gefühle in einer definierten Reihenfolge ab und drückt sie in Form eines Fingerdrucks nach außen aus.

 

Es beginnt bei dem „KEIN-GEFÜHL“ , dem „Nichts“, der Neutralität der Gefühle. Dr. Manfred Clynes nennt es “no emotions”.

Nachdem man dieses “Kein-Gefühl“ 20-40 Mal für ca. 3 bis 4 Minuten wirklich im wahrsten Sinne des Wortes mit einem Fingerdruck ausgedrückt hat, wechselt man zum nächsten Gefühl: DER WUT

Auch diese wird 20-40 Mal „ausgedrückt“.

 

Danach folgt in derselben Weise

 

HASS , TRAUER , LIEBE ,SEXUALITÄT , FREUDE , ANDACHT   .

 

Ich selbst habe mir erlaubt bei meiner Skulpturenreihenfolge eine Position hinzuzufügen: Die Aufladungs- oder TrichterhaltunG aus dem Yoga.

 

 

Dies ist zwar kein Gefühl, aber ein Auftanken von Energie, damit man aus der Leere der Trauer in die Fülle der Liebe wechseln kann.

Das Ziel ist durch das gesamte Spektrum der Gefühle zu gehen und nicht in einem Gefühl stecken zu bleiben. Danach fühlt man sich friedlicher, angenehmer und kommt in Verbindung mit seinem wirklichen Selbst.

 

KONTRAST

Welchen Einfluss die Lebenseinstellung auf die Körperhaltung hat, demonstriere ich gerne mit Hilfe meiner Skulpturen „Kontrasts“.                                                                
Kontrast I  Die Magersüchtige und die Dicke. Die Dünne blockiert alles  – Essen, Gefühle, Liebe … sie ist stolz - stolz “nein” sagen zu können und angewidert von der Dicken, die das nicht kann. Die Dicke ist schüchtern und unsicher. Ihr Fett ist eine Art Schutzhülle um Verletzungen zu verhindern.
 

Dia Kontrast III  Der Bodybuilder und der Intellektuelle. Neben dem „leicht“ divergenten Körperbau, wollte ich speziell darauf  aufmerksam machen, dass wir das was uns wichtig erscheint vor der Körperachse tragen. Der Intellektuelle seinen Kopf – der Bodybuilder seine Brustmuskeln oder auch tiefer liegendes.

Kontrast II Die Lebenslustige und die Depressive. Die Handhaltung unterscheidet sich nicht stark, aber die Eine zeigt voll Lebenslust ihre weiblichen Formen und die Andere wird von der Last ihres Lebens gedrückt und gebeugt bis zu den entsprechenden Kreuzschmerzen.                                                                               .                       

 

TANGO

Was Sie hier sehen ist keine „wirkliche“ Tangoposition , aber eine Position, die zeigt, was ich am Tango so liebe: die Harmonie und der minimale Körperkontakt der ausreicht um zu wissen, welche Bewegung folgt. Es ist Leidenschaft, Hingabe, Geborgenheit und Individualität zur gleichen Zeit.

 

ALLES IST ENERGIE - Gesundheit durch Harmonie

Die weibliche und männliche Energie treffen sich im Herzzentrum

Die ganze Skulpturen- und Bilderserie „Gesundheit durch Harmonie“ zielt direkt darauf ab Harmonie, Balance und Heilung im Betrachter zu fördern.  

Ich nutzte dazu die Aktivität der Spiegelneurone. Spiegelneurone sind Nervenzellen, die im Gehirn beim Betrachten eines Vorgangs das gleiche Aktivitätsmuster aufweisen, wie es entstünde, wenn dieser Vorgang nicht bloß (passiv) betrachtet, sondern selbst (aktiv) durchgeführt würde. Somit wird alles, was Sie erlauben auf sich wirken zu lassen, in Ihnen gespiegelt. Sehen Sie also eine Skulptur die Harmonie, Gleichgewicht, Energiefluss verkörpert, werden diese Befindlichkeiten auf Sie übertragen, in Ihnen „automatisch“ nachempfunden.

Die in dieser Serie dargestellten Symbole sind mir in Träumen und Meditationen erschienen und verkörpern den Energiefluss – im menschlichen Körper und im Universum. Sind wir im Fluss der Energie, blockieren ihn nicht, erleben wir Gesundheit.

Die Serie zeigt zwei Premieren: Ich verwende für die Skulpturen erstmals Rostfreien Stahl und ich stellte erstmals Bilder aus (Acrylfarben auf Leinwand in Spachteltechnik). Die „kreuzweise“ Ausrichtung der Metallebenen der Skulpturen symbolisiert die vier Himmelsrichtungen, die in vielen Heilkünsten eine ganz essentielle Bedeutung haben. Die Farbauswahl, weiss, rot und schwarz, spiegelt die Zyklizität des Lebens wider.

Die Intention ist es im Betrachter die Erinnerung an sein wahres Potential, an seine wahre Natur wachzurufen.